Grundlegende biologische Bewertungen
Zytotoxizität (Cytotoxicity)
In-vitro-Bewertung zur Bestimmung potenzieller schädlicher Auswirkungen von Biomaterialien auf Zellen. Schäden an Zellmembranintegrität und Zellstoffwechsel werden mit L2929-Mausfibroblasten-Zelllinien analysiert.
Reizung (Irritation)
Bestimmt, ob ein Material an Haut, Augen oder Schleimhautoberflächen eine entzündliche Reaktion auslöst. Schwellung, Rötung und lokalisierte Entzündungen als Folge des direkten Kontakts werden durch Graduierung gemessen.
Sensibilisierung (Sensitization)
Untersucht Typ-IV-Überempfindlichkeitsreaktionen (Allergien). Mit Meerschweinchenexperimenten wird das Potenzial des Materials gemessen, eine allergische Reaktion im Immunsystem auszulösen.
Toxizität und genetische Bewertungen
Genotoxizität
DNA-Schäden, Chromosomenaberrationen und mutagene Effekte werden mit In-vitro- und In-vivo-Bakterienmutationsmethoden wie dem Ames-Test untersucht.
Systemische Toxizität
Analysiert werden akute unerwünschte Effekte, die das Material in entfernten Organen (Leber, Nieren usw.) verursachen kann, wenn es in den Systemkreislauf gelangt.
Subchronische Toxizität
Histopathologische Effekte wiederholter Exposition von drei Monaten oder länger auf Organfunktionen und den allgemeinen Gesundheitszustand werden bewertet.
Implantation
Lokale Reaktionen (Fibrose, Entzündung usw.) in lebendem Gewebe werden mit makroskopischen und mikroskopischen Methoden verfolgt.
Blutinteraktion und pyrogene Reaktionen
Hämokompatibilität
Negative Effekte auf Blutbestandteile, Erythrozytenschäden (Hämolyse) und Thrombozytenaktivierung werden getestet.
Pyrogenität
Mit intravenösen Methoden wird gemessen, ob das Material pyrogene Stoffe enthält, die erhöhte Körpertemperatur verursachen können.